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Der
Kern unserer Arbeit sind verschiedenen gruppentherapeutischen
Angebote, in denen mit
Hilfe von Pferden verschiedene Verhaltensauffälligkeiten,
Beziehungs- und Schulschwierigkeiten von Kindern therapiert werden.
Hier wird jungen Menschen durch die Arbeit mit Pferden eine für sie
vielleicht einzigartige Chance geboten, befriedigende soziale
Beziehungen zu erleben und besser in die Gesellschaft integriert zu
werden.
Wir,
das sind Diplom-PsychologInnen und Diplom-PädagogInnen, die mit
ihrem jeweiligen Ausbildungshintergrund
(Reittherapie,
Neurolinguistisches Programmieren, Physiotherapie, Trainer und
Berater und
Fortbildungen im Bereich Familientherapie und tiefenpsychologisch
fundierte Psychotherapie) unterschiedliche therapeutische Gruppen
anbieten. Dabei integrieren wir Methoden des Centered Riding und der
von Linda Tellington Jones entwickelten "TTEAM-Arbeit"
(Tellington Touch Equine Awareness Method) nicht nur zur Ausbildung
unserer Therapiepferde, sondern auch zur Unterstützung der
Wahrnehmungsprozesse der Klienten.
Uns
ist wichtig, dass sich unser Angebot nicht nur auf das Reiten
bezieht, sondern vor allem auf den Umgang, die Kommunikation und
Beziehungsgestaltung mit dem Pferd. Dabei wird die ganze Pferdeherde
als Medium in die therapeutische Arbeit einbezogen, d.h. auch die
Pferde, die nicht reitbar sind. Die Pferdeherde ist dabei wie ein
Abbild des richtigen Lebens: Junge und Alte, Starke und Schwache,
Anführer und Außenseiter stehen beieinander. Diese Zusammensetzung
der Herde ermöglicht Projektions- und Identifikationsmöglichkeiten
für die Therapieteilnehmer, welche wiederum den Therapeuten wichtige
diagnostische Informationen im Verlauf des Therapieprozesses
bereitstellen.
Bei
Menschen, die sich schwer auf eine Therapie einlassen können, die
Berührungsängste haben (z.B. bei einer autistischen Störung) oder
die therapiemüde sind, kann das Pferd sehr hilfreich zur Anbahnung
einer therapeutischen Beziehung sein. Bei Störungen der
Impulskontrolle, wie beispielsweise beim Hyperkinetischen Syndrom,
kann das Pferd unterstützend beim Erlernen einer besseren
Selbstkontrolle eingesetzt werden, unter anderem durch
Entspannungsphasen auf dem Pferd. Menschen mit einem gestörten
Körperselbstbild (z.B. bei Essstörungen) haben die Chance, sich
über die körpersprachliche Kommunikation mit den Pferden mit ihrem
Körper einmal ganz anders auseinandersetzen. Psychiatrisch erkrankte
Menschen können mit dem Pferd die Erfahrung machen, dass sie die
Zügel ihres Lebens auch mal wieder in die eigene Hand nehmen können.
Es
ist unmöglich, die Vielzahl der therapeutischen Möglichkeiten in
der Arbeit mit dem Medium Pferd an dieser Stelle ausreichend
darzustellen. Das therapeutische Vorgehen und die therapeutischen
Ziele, die mit Hilfe der Therapiepferde erarbeitet werden können,
hängen von dem jeweiligen Klientel und den individuellen
Störungsbildern ab, können also stark variieren. Uns ist es
wichtig, die Arbeit am Pferd auf den je individuellen Klienten und
den Gesamttherapieprozess abzustimmen. Für alle Klienten
zutreffend gilt jedoch, dass die körpersprachliche Ebene in der
Kommunikation und Interaktion mit dem Pferd immer eine therapeutische
Dimension eröffnet, die ein besonders erlebniszentriertes Arbeiten
ermöglicht. Klienten können so neue reale Erfahrungen in ihrem
Selbsterleben machen, z.B. im Hinblick auf ihr Durchsetzungsvermögen,
ihre (sinnlichen) Bedürfnisse, ihre Ängste, Wünsche und
Fähigkeiten.
In
unserer gruppentherapeutischen Arbeit haben wir vielfach die
Erkenntnis gewonnen, dass nicht nur das Erleben mit den Pferden,
sondern auch die Erfahrungsmöglichkeiten in der Menschengruppe für
den einzelnen Klienten von großer Bedeutung sein kann. Uns ist daher
wichtig, den gemeinsamen Erlebnisraum mit dem Pferd in besonderer
Weise zu nutzen, um Interaktionsprozesse der Teilnehmer über das
Pferd als Mittler geeignet fördern und individuell unterstützen zu
können.
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