Die therapeutische Arbeit mit dem Pferd hat in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erfahren und konnte sich als anerkanntes nonverbales Therapieverfahren in der Gesellschaft etablieren. Die Berufsbezeichnung „ReittherapeutIn ist jedoch kein gesetzlich geschützter Begriff. Das bedeutet, dass es keine einheitliche Ausbildung gibt bzw. sich kein einheitlicher Standard  hinter dieser Bezeichnung verbirgt. Quasi jede/r kann sich so nennen und in diesem Bereich tätig sein. 

Für die qualifizierte therapeutische Arbeit mit dem Pferd sollte eine fundierte Ausbil-dung im pädagogischen, therapeutischen und/oder medizinischen Bereich aber Voraussetzung sein. Zusätzlich sollten eine Reittherapieausbildung speziell für den jeweiligen Bereich und fundiertes Wissen und Können rund ums Pferd dazu kommen. 

Qualitätssicherung ist uns ein besonders wichtiges Anliegen. In diesem Sinne hat das Pferdeprojekt ein Leitbild erarbeitet, dass trotz unterschiedlicher Arbeitsschwer-punkte und Zusatzqualifikationen unserer ReittherapeutInnenals gemeinsame Basis der Arbeit zugrunde liegt. Es herrscht im Team ein Konsens über bestimmte Abläufe und Standards sowie über eine typische Therapiestunde. Für bestimmte Störungsbilder werden bezüglich der Therapieschwerpunkte Konzepte ausgearbeitet, die für alle verbindlich sind. Auch gemeinsame Standards bezüglich des sicheren Umgangs mit dem Pferd werden in diesem Rahmen vereinbart. 

Die Qualitätssicherung wird zudem gewährleistet durch regelmäßige Teambespre-chungen vor und nach den Gruppen, in denen jedes Kind besprochen wird und konkrete Ziele festgelegt werden. Entsprechend werden Nachbesprechungsprotokolle der jeweiligen Therapiestunden angefertigt und Abläufe dokumentiert.
Regelmäßig finden interne Fallsupervisionen statt, in denen therapiegruppenüber-greifend einzelne Fälle besprochen werden. Bei Bedarf wird externe Supervision in Anspruch genommen.
Daneben nehmen  die ReittherapeutInnen an Weiterbildungen, Fachtagungen und Fortbildungsveranstaltungen zu verschiedenen Themen rund um das Thema Reittherapie teil. 

Es finden Besuche ähnlicher Einrichtungen statt, Kontakte zu anderen ReittherapeutInnen werden gepflegt und der Austausch über die Arbeit, deren Umsetzung, Grenzen und Möglichkeiten diskutiert. Der interdisziplinäre Austausch mit ÄrztInnen, PsychologInnen und LehrerInnen wird gesucht.In verschiedenen Kooperationszusammenhängen profitiert das Team von einer multiprofessionellen Zusammenarbeit, indem Austausch mit TherapeutInnen, BetreuerInnen, EinzelfallhelferInnen oderSozialarbeiterInnen im Jugendamt der einzelnen Kinder besteht.

Ganz aktuell ist das Pferdeprojekt dem neu gegründeten Berufsverband für Fachkräfte Pferdegestützer Interventionen beigetreten. Die Gründung eines solchen Berufsverbandes stellt einen wichtigen Schritt in Richtung Qualitätssicherung dar.

Neben den Kriterien an die Ausbildung unserer Teammitglieder, legen wir im Pferdeprojekt auch großen Wert auf die artgerechte Haltung, Ausbildung und Behandlung unserer Therapiepferde. 
Qualität hat ihren Preis. Möglicherweise werden Sie Anbieter mit günstigeren  Prei-sen finden. Wir empfehlen Ihnen aber aufgrund der o.g. nicht bestehenden rechtli-chen Regelungen oder verbindlichen Standards die Anbieter jeweils genau zu überprüfen und zu vergleichen. Nicht zuletzt sollten auch Versicherungsfragen von dem jeweiligen Anbieter einwandfrei geklärt sein.